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Aus der Praxis

Altersvorsorge: Kunde männlich, ledig, 44 Jahre

Kunde Walter (Name abgeändert), ledig, 44 Jahre alt, möchte seine Altersversorgung überprüfen und gegebenenfalls weitere Maßnahmen einleiten, um seine Vorstellungen zu erreichen. Sein Ziel ist es, bereits mit 62 Jahren in den Ruhestand zu gehen (also in 18 Jahren) und dann eine monatliche Rente in Höhe von 2.500 Euro (heutige Kaufkraft) zur Verfügung zu haben.

Die aktuelle Rentenhochrechnung sieht vor, dass bei weiterhin gleichbleibendem Verdienst, künftig eine Altersrente mit 67 von monatlich 2.200 Euro zur Verfügung steht (unverbindliche Prognose). Da Walter jedoch 5 Jahre früher aufhört zu arbeiten, ist ein Abschlag in Höhe von 0,3 Prozent pro Monat oder 18 Prozent (5 Jahre) in Kauf zu nehmen.

Um eine kaufkraftbereinigte Rente in 18 Jahren darzustellen, ist die Teuerungsrate zu hinterlegen, da 2.500 Euro dann nicht mehr dieselbe Kaufkraft haben wie heute. Bei unterstellten 2,5 Prozent Inflation (langjähriger Durchschnitt), benötigt Walter dann regelmäßige Einnahmen in Höhe von knapp 3.900 Euro. Der Rentenanspruch beträgt nach dem gemachten Abschlag 1.804 Euro, so dass sich eine Rentenlücke von monatlich 2.095 Euro ergibt.

Die Zahlen erschrecken auf den ersten Blick. Eine Analyse seiner bestehenden Anlage zeigt jedoch, dass Walter in der Vergangenheit bereits einige Maßnahmen vorgenommen hat, um seine Rentenziele zu erreichen. Zunächst einmal hat Walter bereits vor 15 Jahren ein pauschal versteuerte Direktversicherung (altes Recht) abgeschlossen, die mit 62 eine prognostizierte Ablaufleistung von 104.000 Euro erwarten lässt. Durch das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenkasse zu Beginn des Jahres 2004 unterliegt diese Kapitalauszahlung der Kranken- u. Pflegeversicherung. Dies bedeutet bei einer Auszahlung in Höhe von 104.000 Euro und einem angenommenen Beitragssatz in der KV von 14,3 Prozent und in der Pflegeversicherung von 1,7 Prozent, dass ein Betrag in Höhe von insgesamt 16.640 Euro bezahlt werden muss. Dieser Betrag wird über 10 Jahre gestreckt, was einem monatlichen Rate von rund 138 Euro entspricht. Zur Vereinfachung rechnen wir zu Rentenbeginn mit einem Betrag von 90.000 Euro weiter.

Des Weiteren hat Walter ein Wertpapierdepot (Investmentfonds) in Höhe von 55.000 Euro sowie ein Tagesgeldkonto bei seiner Hausbank in Höhe von aktuell 74.000 Euro. Wir unterstellen beim Wertpapierdepot eine Nettorendite von 5 Prozent sowie beim Tagesgeldkonto eine Verzinsung von 1 Prozent Netto.

Momentan spart Walter monatlich den Betrag in Höhe von 200 Euro auf ein Sparkonto, welches nach Ablauf von 8 bis 10 Jahren dafür verwendet wird, ein neues Auto zu kaufen. Weiteres Kapital in Höhe von cirka 40.000 Euro bleibt ebenso unberücksichtigt, da hiervon Reisen oder unvorhergesehene Anschaffungen bestritten werden sollen.

Die Analyse ergibt, dass Walter mit 62 ein erforderliches Entnahmekapital in Höhe von über 660.000 Euro benötigt. Das vorhandene Kapital zum Rentenbeginn beträgt ca. 310.000 Euro. Bei einer 6-prozentigen Nettoverzinsung wäre eine monatliche Zielsparrate von über 900 Euro notwendig, um das fehlende Kapital anzusparen.

Im Gespräch stellten wir fest, dass keine großen Anschaffungen geplant sind und ein Großteil des Kapitals auf dem Tagesgeldkonto auch langfristig investiert werden könnte. Durch eine höhere Renditeerwartung reduziert sich die Zielsumme auf rund 282.000 Euro. Walter entscheidet sich für einen Fondssparplan in Höhe von monatlich 700 Euro in mehrere international anlegende Aktien- u. Mischfonds. Die Möglichkeit der Anlage in einen Riestervertrag und/oder eine zusätzliche betriebliche Altersversorgung über seinen Arbeitgeber (Direktversicherung/Pensionskasse,…) lehnt Walter ab, da er durch die nachträglich eingeführte zusätzliche Versteuerung seiner Direktversicherung Abstand von staatlich subventionierten Anlagen nehmen möchte.

Mit Walter wurde besprochen, dass es sich bei jeglicher finanzmathematischer Berechnung lediglich um eine modellhafte Darstellung handeln kann. Zum einen kann die Höhe der Rente nicht garantiert werden, ebenso wenig die Teuerungsrate sowie die angenommenen Renditen. Allerdings kann Walter ein Gefühl dafürr entwickeln, wo er aktuell steht und was unternommen werden kann, sein finanzielles Ziel zu erreichen.

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Kapitalanlage: Ehepaar, um die 60 Jahre

Neukunden Herr und Frau Müller (Namen geändert) teilten im Gespräch mit, dass sie einen Vorschlag über eine Anlage in Höhe von 100.000 Euro wünschen. Das Ehepaar ist 63 und 60 Jahre alt. Die Altersvorsorge ist in trockenen Tüchern, da die regelmäßigen Einkünfte aus Rente, Mieteinnahmen, PV-Anlage und Kapitaleinkünften deutlich höher als die laufenden Ausgaben sind.

Das Paar interessiert sich für mögliche Anlagealternativen zu den bisherigen Zinsanlagen bei der Bank und ist bereit, im ersten Schritt zunächst einmal 100.000 Euro zu investieren. Die Kunden wünschen eine ausgewogene Strategie (mittlere Schwankungen des Gesamtportfolios werden akzeptiert). Es wurde des Weiteren übereinstimmend festgestellt, dass der Anlagebetrag möglichst breit gestreut werden soll.

Wir schlugen im Folgetermin den Kunden eine Neuanlage in insgesamt 14 verschiedene Anlageideen vor. Was zunächst einmal nach viel Verwaltungsarbeit aussieht, verteilt sich lediglich auf zwei Verträge. Zum einen wird für den Erwerb der Fonds ein Depot benötigt in welches die Fonds eingelagert werden. Dazu kommt dann noch ein weiterer Vertrag für die empfohlene Beteiligung. Die Entwicklung der Investmentfonds kann täglich sowohl auf Einzeltitelebene als auch in der Gesamtentwicklung mittels Onlineeinsicht über unsere Webseite nachvollzogen werden. Ebenfalls gibt es sowohl für das Depot als auch für die Beteiligung jeweils eine steuerliche Jahresbescheinigung. Der Pflegeaufwand kann somit als sehr überschaubar beschrieben werden.

Es wurden völlig unterschiedliche Fondstrategien miteinander kombiniert, um für die sinnvolle Streuung der Anlagen zu sorgen. Bei den länger existierenden Fonds handelt es sich durchwegs um Spitzenfonds der jeweiligen Kategorie, wobei letztlich niemand mit Sicherheit prognostizieren kann, welche künftig am besten in ihrer Vergleichsgruppe abschneiden werden. Bei den jüngeren Fonds wird großer Wert auf die Schlüssigkeit des Konzeptes sowie auf die Erfahrung des jeweiligen Fondsmanagements gelegt. Alternativen und Ergänzungen können – wenn der Kunde eigene Ideen hat – jederzeit vorgestellt werden, da wir als unabhängige Fondsmakler den Zugriff auf über 7.000 Investmentfonds haben.

Alle Investmentfonds erwarb das Ehepaar Müller ohne Ausgabeaufschlag (100 Prozent Rabatt, dies ist bei uns Standard), im Unterschied zu den Direktbanken jedoch mit einer ausführlichen Beratung inklusive der kompletten Abwicklung.

Als Ergänzung wurde noch eine Anlage empfohlen, die nicht an den Wertpapierbörsen gehandelt wird und sich deshalb auch unabhängig von diesen entwickelt. Wir agieren im Beteiligungsbereich ebenfalls als „Rosinenpicker“ und gehen hier seit Jahren nur sehr selektiv vor. In diesem Fall wurde ein Beteiligungskurzläufer mit einer 3-jährigen Laufzeit und vierteiljährlichen Ausschüttungen empfohlen, die wir – wie üblich – in unserem eigenen Portfolio ebenfalls beigemischt haben.

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Anlagevorschlag.pdf

Familienabsicherung: Fondssparen für Babys und Kinder

Die aktuellen Neugeborenen haben fantastische Lebenserwartungen. Die Hälfte von Ihnen wird wahrscheinlich Ihren 100. Geburtstag erleben. Mal abgesehen von den gesundheitlichen Herausforderungen wird die finanzielle Versorgung die größte Aufgabe künftiger Generationen. Schon jetzt wissen wir, dass die aktuelle Bevölkerungspyramide gekippt ist. Die Anzahl Neugeborener in Deutschland reicht nicht aus, um mit einem Umlagesystem in der Rentenversicherung den Altersruhestand zu gewährleisten. Eigeninitiative ist gefragt! Wer nicht in Altersarmut enden will, der muss bereits ganz früh an seine spätere Versorgung denken. Gemeinhin sind damit die Eltern eines Neugeborenen die ersten wichtigen Entscheider für seine spätere Altersversorgung.

Viele sind dabei überfordert, denn das Problem drängt sich nicht unmittelbar auf. Erst einmal sind Babys rundum versorgungsbedürftig und verlangen ganzen Elterneinsatz. Die unmittelbare Versorgung und Erziehung stehen an erster Stelle. Doch sobald etwas Ruhe eingekehrt ist, denken viele Eltern über die Zukunft Ihrer Sprösslinge nach. Die finanzielle Versorgung des gesamten Lebensweges ist dabei ein durchaus häufiges Anliegen der Eltern. Viele hegen den Wunsch schon in frühen Jahren Ihrem Nachwuchs auch ein finanzielle Ausstattung mit auf den Weg zu geben. Vielen fehlt aber die notwendige Kenntnis über eine sinnvolle Anlage.

Dabei sind die Wünsche der Eltern oft identisch: Sie möchten gerne monatlich etwas für den Nachwuchs zurücklegen. Oft auch das Kindergeld für diese Zwecke nutzen. Die Anlage soll dabei aber flexibel bleiben, d.h. man will keine festen Laufzeiten oder festen Sparraten in Kauf nehmen, sondern flexibel die Zahlungen anpassen können. Außerdem sollen die bereits angesparten Gelder jederzeit verfügbar bleiben, denn schließlich ist so ein Kinderleben von zahlreichen Anschaffungen und unvorhersehbaren Ereignissen begleitet. Letztlich soll aber eine lukrative Rendite herausspringen, so dass der erste Grundstock für eine spätere finanzielle Unabhängigkeit gelegt ist. Dazu kommt, dass die Kleinen bei Ereignissen, wie Taufe, Geburtstagen, Firmung oder Konfirmation auch immer wieder Geldgeschenke von Bekannten und Verwandten erhalten, die man ebenfalls in die Anlage mit einbringen will. Lediglich eine Anlageform ermöglicht all diese Ziele und Wünsche unter einen Hut zu bringen: Fondssparen !

Bereits mit geringen monatlichen Beträgen, kann ohne eine Laufzeitvereinbarung Geld angespart werden. Dabei ist man so flexibel, dass jederzeit Sparraten angepasst oder ausgesetzt werden können, ohne dass dadurch Kosten entstehen. Zuzahlungen in beliebiger Höhe sind ebenso möglich, wie Entnahmen von Teilbeträgen oder der gesamten Summe. Mit anderen Worten: Ein Fondssparplan ist die ideale Grundlage zum Vermögensaufbau für die nächste Generation! Flexibilität hat aber auch Ihre Nachteile: Wer langfristig Vermögen schaffen will, der muss diszipliniert Sparpläne über lange Zeiträume aufrechterhalten. Voreilige Verfügungen zerstören den Zinseszinseffekt und verhindern den langfristigen Erfolg. Ebenso muss in schwierigen Marktphasen konsequent gespart werden, wie in euphorischen Marktstimmungen. Nur wer die Flexibilität des Fondssparens nicht missbraucht, wird erfolgreich sein. Im Idealfall legen die Eltern mit dem Kindergeld den Grundstock eines Fondssparens, welches der Sohn oder die Tochter bei Volljährigkeit oder Einstieg ins Berufsleben, quasi als Altersvorsorgesparen weiterführt. Wer dies schafft wird seinen Ruhestand sorgenfrei genießen können.

Ein etwas älteres Beispiel soll dies verdeutlichen: Für einen im Oktober Neugeborenen wird im Jahre 2002 das Kindergeld in Höhe von 186,- Euro in einen Fondssparplan investiert. Schafft es der im Jahre 2027 dann 25-jährige, diesen Sparplan weiter zu führen, quasi als Altersvorsorgedepot, so kann er im Alter von 65 Jahren über eine stolze Summe von rund 8,4 Millionen Euro verfügen. Dies bei einer rechnerischen Rendite von 9% p.a., dem durchschnittlichen Ertrag von guten globalen Aktienfonds über langfristige Zeiträume.

Würden wir den gleichen Sparplan erst zu Beginn seiner schulischen Laufbahn, also zum 6. Lebensjahr beginnen, verfügt er im Alter von 65 Jahren über einen Betrag von knapp 4,9 Mio Euro. Unglaublich aber wahr: 6 Jahre späteres Sparen kostet dem neuen Erdenbürger später einmal 3,5 Mio Euro. Dabei wurden lediglich (186,- Euro x 12 Monate x 6 Jahre =) 13.392,- Euro weniger einbezahlt. Der Zinseszinseffekt über die Jahre wirkt sich jedoch derart dramatisch aus, dass hinterher 3,5 Mio Euro fehlen, nur weil man 6 Jahre später begonnen hat zu sparen. Je früher desto besser lautet deshalb die Devise. Bereits mit 50 Euro monatlich kann man über 65 Jahre und 9% p.a. im Alter über 2,2 Mio Euro verfügen. Es braucht keine großen Sparbeträge. Es braucht lediglich Disziplin und Zeit.

Bei all den großen Zahlen darf man jedoch nicht vergessen, dass 8,4 Mio Euro in 65 Jahren nicht den gleichen Wert (Kaufkraft) haben wie heute. Preissteigerungen (Inflation) sorgen dafür, dass der zukünftige Betrag an Wert verliert. Berücksichtigt man deshalb eine durchschnittliche Inflationsrate (Preissteigerungsrate) von 2,5% p.a., so liegt die Kaufkraft von 7 Mio Euro in 65 Jahren bei knapp 1,7 Mio Euro. Erstaunlich wie die Inflation den Wert des Geldes über sehr lange Zeiträume regelrecht auffrisst. Aber 1,7 Mio Euro reichen aus, um nach heutigem Wert und 4% Verzinsung daraus eine monatliche Rente von über 5.600 Euro zu zahlen ohne das Kapital aufzubrauchen. Dies ist wichtig denn schließlich wissen wir nicht wie alt der dann 65jährige wird!

Wer seinem Kind neben guter Erziehung und Moral etwas mit auf den Weg geben will, der sollte so früh wie möglich den Grundstein einer langfristigen Sparquote legen. Erfahrungen zeigen, dass Selbsterspartes Motivation ist, weiter zu sparen. Nebenbei ergeben sich auch für die Eltern Vorteile: Sie nutzen die Freibeträge Ihrer Kinder und können so zunächst einmal viele Jahre die Erträge steuerfrei ansammeln. Darüber hinaus können Geldgeschenke und finanzielle Zuwendungen z. B. der Großeltern, sinnvoll in das Vorsorgekonzept mit eingebracht werden. Und sobald Ihr Sprössling wissbegierig die Welt erkundet, können Sie ihm den Umgang mit Geld beibringen. „Über Geld spricht man nicht“ ist eine alte oft zitierte Weisheit. Dies führt dazu, dass Kinder nicht einmal wissen, was Ihre Eltern verdienen, aus Angst sie könnten es dem Nachbarn erzählen. Dies führt aber auch dazu, dass Kinder den Umgang mit Geld nicht lernen und deshalb bereits im frühen Teenageralter Schulden durch Handyrechnungen auftürmen. Dies hat zur Folge, dass heute viele Jugendliche beim Eintritt in die Volljährigkeit Konsum auf Kredit finanzieren. „Das kann ich auch“ lautet der dumme wie dreiste Spruch einer Werbekampagne für Konsumkredite. Wer als Elternteil mit seinen Kindern nicht über Geld spricht, der liefert sie schutz- und kenntnislos der Finanz- und Konsumindustrie aus. Mit der Konsequenz von finanziellem Analphabetismus, der zur späteren Altersarmut führen kann. Folglich sollten die Eltern finanzielles Vorbild sein rechtzeitig auch die finanzielle Aufklärung angehen. Der erste Schritt ist dabei ein eigenes Fondsspardepot für Ihr Kind. Bleibt noch zu klären, wie eine sinnvolle Fondsauswahl für einen Sparplan für Kids aussehen kann. Ich gehe davon aus, dass die wenigsten Eltern sich aktiv und permanent um die Anlagen kümmern möchten. Schließlich sorgt der Nachwuchs schon häufig für genug Auslastung. Gleichzeitig können die Anlagezeiträume durch den Altersvorsorgecharakter sehr lange sein. Trends, die heute en vogue sind, können morgen schon wieder passé sein. Außerdem soll ein professionelles Management im Fonds dafür sorgen sich an aktuelle Marktsituationen anzupassen und wenn möglich global agieren.

Wer also ein Sorglos-Depot will, dass wenig Arbeit macht und auch über Jahre hinaus erfolgreich sein soll, der sollte auf sehr gute globale Aktienfonds zugreifen, die Ihrerseits einen vermögensverwaltenden Charakter verfolgen, d.h. die nötige Struktur innerhalb des Fonds an die aktuelle Marktsituationen anzupassen und nötigenfalls auch neue Trends zu erkennen. Im Idealfall kombiniert man 2 bis 4 gute weltweite Fonds, die sich wiederum durch Ihren Anlagestil und Management unterscheiden.

Familienabsicherung: Familie, Vater selbstständiger Handwerksmeister, 3 Kinder

Der Kunde kam auf mich zu mit der Bitte, seinen Versicherungsordner zu überprüfen.
Dabei fand ich folgende Absicherung vor:

Drei Kapitallebensversicherungen (eine von seinem Vater für ihn abgeschlossen, zwei  Neuere) mit einer gesamten Absicherung im Todesfall von ca. 80.000 Euro. Zudem hat der Familienvater eine Berufsunfähigkeitsabsicherung gekoppelt an eine kleine Kapitallebensversicherung mit einer monatlichen BU-Rente von ca. 700 Euro.

Der Kunde hat ein gutes Einkommen und noch Restschulden von ca. 400.000 Euro für seine eigen genutzte Immobilie (Einfamilienhaus). Die Darlehen werden nicht getilgt, sondern sollen mit den endfälligen Lebensversicherungen später getilgt werden.

Auf den ersten Blick fiel mir die große Lücke im Todesfall vom Familienvater auf: 400.000 Euro Restschulden und nur ca. 90.000 Euro Todesfallschutz. Dazu kam eine recht geringe Arbeitskraftabsicherung: nur 700 Euro monatlich bei Berufsunfähigkeit. Die Tilgungsaussetzung hat durch die sinkende Überschussverzinsung der Lebensversicherung das Risiko, dass zum geplanten Ablauf (Endalter 60 Jahre) die Ablaufleistung nicht ausreicht, um die Darlehen zu tilgen.

Ich empfahl der Familie eine Trennung von Risikoabsicherung und Vermögensaufbau sowie einen Umbau der Finanzierung. Folgendes wurde konkret empfohlen:

Zwei separate Risikolebensversicherungen, beide mit der Mutter als Versicherungsnehmerin und dem Vater als versicherte Person, mit einmal 350.000 Euro Todesfallsumme für die Darlehen und einmal 350.000 Euro für die Hinterbliebenen.

Eine Risikolebensversicherung für die Mutter, dieses Mal mit dem Vater als Versicherungsnehmer. Diese „Über-Kreuz-Versicherung“ hat den Vorteil, dass im Todesfall die Leistung steuerfrei ausbezahlt wird.

Eine Berufsunfähigkeitsabsicherung über 1.000 Euro monatlich als „Mindest-Schutz“, da der Vater als Handwerker dafür einen relativ hohen Beitrag zahlen muss, aber den Schutz benötigt.

Nach Annahme dieser Versicherungen wurden die anderen Kapitallebensversicherungen gekündigt (Grund: Zu geringer Schutz und zu niedrige Rendite in Relation zum Darlehenszins) und der Rückkaufswert als Sondertilgung zur Reduzierung der Darlehen verwendet.

Die restliche Liquidität soll zur Darlehenstilgung eingesetzt werden, die Altersvorsorge soll erst nach der Darlehenstilgung beginnen.

Die gesamte Beratungszeit dauerte ca. 6 Monate. Knapp 7 Jahre später starb der Vater, nach dem er ca. 12 Monate seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte, mit 47 Jahren an Krebs. In diesen 12 Monaten war natürlich das Geld knapp, da die 1.000 Euro aus der Berufsunfähigkeitsrente schnell verbraucht waren. Nach dem Tod wurden aus den Rückflüssen der beiden Risikolebensversicherungen die Darlehen an die Bank zurück bezahlt und ein breit gestreutes Investmentdepot aufgebaut, aus dem die Mutter bis heute ihren Lebensunterhalt bestreitet.

Fazit: Bitte prüfen Sie ob Ihre Familie im Todesfall des Hauptverdieners eine genügend hohe Absicherung hat, um evtl. Darlehen zu tilgen und noch die nächsten Jahre finanziell gut über die Runden zu kommen (solange, bis das jüngste Kind sich selber versorgen kann).

Denken Sie erst dann über die Altersvorsorge nach, wenn Ihre Arbeitskraft abgesichert ist (idealerweise über eine Berufsunfähigkeitsabsicherung) und trennen sie bitte immer die Versicherung von dem Vermögensaufbau. Sobald Sie eine Immobilie finanzieren wollen, wird sonst das Geld knapp und Sie müssen eine Versicherung kündigen. Dies kostet Sie immer viel Geld, da bei Abschluss einer Kapitallebensversicherung die Gebühren für die gesamte Laufzeit vorab berechnet werden, obwohl bekannt ist, dass nur cirka 30 Prozent der Verträge auch bis zum Fälligkeitsdatum durchgehalten werden.

Altersvorsorge: Kundin weiblich, ledig, junge Krankenschwester

Ein junge Damen wollte eine Riester-Beratung und brachte dazu ihren Bestandsordner mit. Dabei fiel mir eine bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung auf, welche an eine Fondspolice gekoppelt war. Für einen monatlichen Beitrag von 117,25 Euro bekam Bettina folgende Leistungen:

BU-Rente im Leistungsfall von 626,55 Euro bis zum Endalter 60. Die Beitragsverwendung laut Police war: 74,16 Euro für die Berufsunfähigkeit, 4,57 Euro für die Beitragsbefreiung, 38,52 Euro für die Anlage in Fonds.

Nach meiner Recherche konnte ich der Kundin folgendes Angebot unterbreiten: Einen monatlichen BU-Schutz mit 1.000 Euro (plus 373 Euro monatlichen Schutz) und einen monatlichen Beitrag dafür mit 30,97 Euro netto (Brutto max. 49,96 Euro) bei der Hanse Merkur (Ersparnis von 43,16 Euro im Vergleich zum bisherigen Beitragsanteil von 74,16 Euro).

Somit verbleiben meiner Kundin – trotz deutlichem Mehrschutz wie bisher – 86,26 Euro für die Anlage in Fonds. Die Helvetia (der bisherige Anbieter) kalkulierte bei 6 Prozent Wertentwicklung als Annahme mit einer Ablaufleistung von 80.639 Euro zum Endalter von 65 Jahren. Unter Annahme von ebenfalls 6 Prozent und der Anlage von cirka 1.000 Euro aus dem Rückkaufswert der Helvetia-Versicherung ergibt sich eine Ablauferwartung bei einem reinen Fondssparplan von 179.812 Euro.

Fazit:

• Deutlich höhere Absicherung von 1.000 Euro anstatt 627 Euro bisher.

• Dafür bezahlt die Kundin einen deutlich geringeren Beitrag von 30,97 Euro anstatt 74,16 Euro

• Die Anlage der Differenz zum bisherigen Beitrag ergibt eine Ablaufleistung von 179.812 Euro anstatt 80.639 Euro, somit also ein Mehrwert von 99.173 Euro. Dieser Mehrwert entsteht ohne Mehrrisiken, sondern alleine durch die vernünftige Trennung von Risikoabsicherung und Vermögensaufbau und durch günstige Kosten, da für die Fonds bei uns keine Abschluss-Gebühren bezahlt werden müssen.